Traumland ISLAND
Neun Jahre war ich alt, da verliebte ich mich in ein wunderschönes kleines Pferd. Einsam stand es auf einer oberbayerischen Koppel eines der ersten Islandpferde, die nach Deutschland exportiert worden waren. Erfolglos quälte ich meine Eltern mit der Bitte, mir solch ein Pferd zu schenken.
Unterm Weihnachtsbaum aber lag ein Bildband über Island. Darin lief mein Traumpferd in seiner Herde frei und ungezügelt über die Bergweiden. Ich bestaunte Schwefelfelder, Lava, die sich erkaltet zu Felsriesen auftürmte, mächtige Gletscher und tosende Wasserfälle. Am liebsten wäre ich sofort zu einer Islandexpedition aufgebrochen.
Doch mit dem Heranwachsen kamen neue Träume, schoben sich vor den Island-Traum und weg war er, wie in Luft aufgelöst. Und plötzlich war ich erwachsen, hatte Kinder, Arbeit und keine Zeit für alte Träumereien. Erst mit der Enkeltochter kam allmählich die Zeit zum Träumen zurück.
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